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Schlafhormon Melatonin - Regelmäßiger Schlaf ist vom Körper vorprogrammiert

Schlafhormon Melatonin

Es ist hinlänglich bekannt, dass der Mensch nicht alleine von Essen und Trinken existieren kann. Schlaf ist genauso wichtig. In diesen regelmäßigen Phasen des Ruhens tankt der menschliche Körper wieder neu auf. Zuständig für die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen ist das Schlafhormon Melatonin. Aber neusten Erkenntnissen nach kann das Schlafhormon Melatonin weitaus mehr als nur müde machen und für Durchschlafen sorgen. Es hat vermutlich auch Einfluss auf andere körperliche Prozesse.

 

Ein Hormon regelt den Schlaf

Gebildet wird das Schlafhormon Melatonin in der Epiphyse (Zirbeldrüse). Eine Drüse gelegen im Zwischenhirn, die fast ausschließlich nachts ihre Zellen produziert. Als eines von drei Hormonen, die als Neurotransmittler (Boten im Nervensystem) im Gehirn ganz eng zusammenarbeiten, wird das Schlafhormon Melatonin freigesetzt und während der Phase des Schlafens weiter produziert. Dennoch ist die Melatonin-Produktion Jahreszeit abhängig. Sobald es dunkel wird respektive in den längeren Dunkelphasen des Winters lässt sich eine vermehrte Melatoninausschüttung feststellen. Dann wird die Zirbeldrüse über den Sehnerv aktiviert und das tagsüber von unserem Organismus gebildete sogenannte "Wohlfühlhormon" Serotonin in das Schlafhormon Melatonin umgewandelt. Die Erweiterung der peripheren Blutgefäße durch den abendlichen Melatoninanstieg wirkt wie ein Schlafsignal. Das ist der Zeitpunkt, an dem sich unser ganzer Organismus auf schlafen einstellt. Die Augen werden müde, der Blutdruck sinkt und das Herz schlägt langsamer. Irgendwann fallen die Augen zu. Aber unser Organismus gerät nicht aus dem Takt, weil das Schlafhormon Melatonin auch die Fähigkeit besitzt, in sämtliche Körperzellen einzudringen und darüber hinaus für eine Synchronisation sämtlicher Organsysteme und Organe sorgt. Nach Mitternacht ist der Melatoninspiegel am höchsten und gewährleistet so einen guten Schlaf. Nachmittags hingegen ist er nachweislich am niedrigsten, weil Licht die Melatonin-Produktion hemmt.


Die antioxidative Wirkung von Melatonin

Besonders in den USA hat das Melatonin Wundermittelcharakter. Es soll Krankheiten wie Krebs, Alzheimer und Aids vorbeugen oder sogar heilen, vor Haarausfall schützen, Fett verbrennen, und die Zellalterung aufhalten können. Es ist daher in vielen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Als wissenschaftlich gesichert gilt die Erkenntnis, dass Melatonin eine antioxidative Wirkung im menschlichen Körper erzeugt. Das heißt, dass Melatonin eine Oxidation anderer Substanzen verlangsamt, wenn nicht sogar gänzlich verhindert, und dadurch den Alterungsprozess möglicherweise verlangsamt. Belegt ist die Quintessenz, die aus der wissenschaftlichen Erkenntnis erfolgt, jedoch nicht. Auch die Vermutung, dass das Schlafhormon Melatonin bei der Bekämpfung und Vorbeugung von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen positiven Einfluss nehmen könnte, ist trotz einer Reihe von Studien zumindest noch nicht zweifelsfrei belegt.


Alzheimer aufgrund von Melatoninmangel?

Die Zirbeldrüse verkalkt  im Lauf unseres Lebens zusehens und bildet mit zunehmendem Alter daher auch immer weniger Melatonin. Das ist schließlich auch einer der Gründe, warum ältere Menschen meist generell immer schlechter schlafen. Doch die Wissenschaft vermutet noch viel weitreichendere Folgen bedingt durch Melatoninmangel. Wirklich wissenschaftlich erwiesen ist bislang eine Korrelation zwischen Melatonindefizit, Verringerung des REM-Schlaf und Alzheimer. So konnten in einer Studie Wissenschaftler bei 279 Patienten mit Alzheimer sowie bei 37 gesunden Probanden mittels Computertomogafie den Grad der Verkalkung der Zirbeldrüse messen. Das Ergebnis: Alzheimer-Patienten besaßen weitaus weniger unverkalktes - also gesundes - Zirbeldrüsengewebe als die gesunden Probanden. Die Alzheimer-Demenz ist die bisher einzige Erkrankung, bei der nachweislich ein REM-Schlafdefizit vorliegt.

Die Wirkungsweise des Schlafhormons Melatonin
Eine Situation die viele kennen: Morgens aufstehen nach einer schlechten Nacht

Schlaffördernde Lebensmittel

Auch Lebensmittel können wahre "Sandmännchen" sein. Einige Nahrungsmittel enthalten Inhaltsstoffe, die den Menschen gut schlafen lassen. Lachs zum Beispiel ist so ein Lebensmittel. Lach enthält Docosahexaensäure (DHA). Die ungesättigte Fettsäure der Omega-3 Fettsäuren-Klasse regt die Produktion von Melatonin an. Auch Gemüsesorten enthalten Stoffe die den Schlafzyklus regulieren. So auch das Serotonin, das als Ausgangsstoff für die Produktion des Schlafhormons angesehen wird. Selbst Kirschen sind nicht nur ein vitaminreiches und leckeres Geschmackserlebnis in der Sommerzeit, sie sind auch eine natürliche Quelle für das so lebensnotwendige Melatonin Schlafhormon. Das gleiche gilt für Milch und Walnüsse. Wer Walnüsse verzehrt, hat nachweislich sogar einen dreifach höheren Melatoninblutspiegel.


Externe Zufuhr von Melatonin

Melatonin ist gemäß der EU-Verordnung 432/2012 innerhalb der europäischen Union sowohl in verschreibungspflichtigen Medikamenten zugelassen, als auch - entsprechend dosiert und deklariert - in Nahrungsergänzungsmitteln und diätetischen Lebensmitteln. Die Supplementierung des Schlafhormons ist in täglichen Dosierungen von bis zu 10 mg sehr gut wissenschaftlich untersucht. Außerdem ist wichtig festzuhalten, dass die externe Zufuhr von Melatonin keinen Einfluss auf die körpereigene Synthese in der Zirbeldrüse hat.